#cachingwalden – Tag 15 (Finale)

Start um 7:30 auf dem Heuboden.

Der letzte Tag. Heute begleitet mich Simon, ein Fotograf aus München. Wir treffen uns in einem Lokal in der Nähe und besprechen den Tag bei gutem Kaffee und einem mega Käsebrot!

Meine erste Station ist ganz in der Nähe. Bevor wir da ankommen, passieren wir einen Baggersee, der mich zum Baden einlädt. Das werden sicher tolle Bilder!

Nach der Station trennen wir uns, er fährt mit dem Auto vor und ich habe 42 Kilometer entlang der Illar. Super Strecke, super Wetter, super Laune!

Gegen Mittag komme ich in Oberstdorf an. Meinen Anhänger lasse ich bei Sabbelwasser, der an der Fellhornbahn arbeitet. So ist die nächste Etappe deutlich einfacher.

Simon möchte gerne noch weiter Richtung Final mit dem Auto, doch die Straße ist nur für forst- und landwirtschaftlichen Verkehr frei. Wir treffen zum Glück den örtichen Jäger und schildern ihm unser Anliegen. Er ist sofort hellauf begeistert von meiner Tour, bietet an, den Fotografen mit nach oben zu nehmen und mich auch. Ich lehne natürlich ab! Zudem spricht er eine Einladung aus, nach der Tour doch noch auf die Hütte hoch zu kommen auf ein Bier. Dazu später mehr.

Ich treffe Simon also einige Kilometer später, wir machen erneut Fotos und bald kommt der Punkt, an dem ich das Rad stehen lassen muss. Wir wandern gemeinsam weiter Richtung Grenzstein 147, dem südlichsten Grenzstein Deutschlands. Dort ist die letzte Info zu beschaffen, um die Final-KOs zu ermitteln.

Endlich: alles zusammen! Ein erhabener Moment. Ein Bein in Österreich, eins in Deutschland. Das Final ist gar nicht weit und auch schnell gefunden. Für Simon und andere Außenstehende sicher schwer zu begreifen, warum man für eine simple Lock&Lock Dose durchs ganze Land fährt.

Aber es geht ja nicht um die Dose sondern um den Weg dahin. Hier bin ich ganz bei Konfuzius „der Weg ist das Ziel“.

Ich trinke im Gras mein Findebier, selten hat etwas besser geschmeckt. Simon muss sich verabschieden, ich bleibe noch etwas liegen und genieße den Moment.

Dann entscheide ich, das Angebot des Jägers anzunehmen und steige zur Mindelsteiner Hütte auf. Dauert auch nur knapp 2 Stunden. Die Sonne malt herrliche Farbspiele auf Wiesen und Berge, ich bekomme Murmeltiere zu sehen und erfreue mich an den kleinen kühlen Bergbächen. Oben angekommen werde ich sogleich herzlich begrüßt und das erste Bier wird geordert. Der Jäger stellt mich den Kollegen und der Bergwacht vor und es folgt eine Runde nach der anderen. Zwischendurch passiert etwas unfassbares: die Sonne geht unter, gleichzeitig zieht ein Gewitter auf. Regenbogen, Alpenglühen, Blitze – alles gleichzeitig. Schaut es euch an: Video

Wir gehen in die Hütte. Das Bier wird mittlerweile auch mal durch einen Marillenschnaps abgelöst. Lecker aber fatal.

Es ist ein herrlicher Abend. Wie eine unerwartete Erfolgsfeier. Der Himmel feierte mit diesem Farbenspiel mit.

Gegen 1:00 falle ich betrunken und müde ins „Bett“, eine Matratze im Treppenaufgang. Der Plan, gemeinsam mit den Jägern um 5 Uhr wieder abzusteigen wird kurzerhand verworfen.

Um 9 Uhr taumele ich aus dem Bett, begrüße die erstaunliche fitte Bergwacht und mache mich mit leichtem Kater auf den Abstieg. Die Sonne brennt mit angenehmen 32°C auf meinen Kopf. Gegen Mittag bin ich im Tal und genieße nun das scheinbar endlose Rollen Richtung Oberstdorf. Ich entscheide: heute fahre ich noch nicht zurück sondern mit dem Rad nach Marktoberdorf. Wieder 80 km. Ich bin im Flow.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.